Ein Werk für die IGS-Hamburg entsteht

"Letzte Reise"

Hier zeigen wir Ihnen, wie aus den gesägten Rohblöcken die fertigen Objekte für die einzelnen Ausstellungs-Grabanlagen enstanden sind und wie die Gräber von den Gärtnern in Hamburg angelegt wurden. Bei dem für dieses Grab verwendeten Material handelt es sich um den beigen Villamonte-Sandstein, der in Spanien in der Nähe von Alicante abgebaut wird.


 

 

 

 

 

Der Rohstein ist aufgebänkt und angezeichnet. Nun kann die Bearbeitung beginnen.

 
 

 

 

 

 

 

Der erste Hieb ist getan. Jetzt muß jeder Bearbeitungsschritt genauestens aussgeführt werden, damit die Kofferform schlüssig entstehen kann. Eine technische Form verzeiht keinen Fehler. Im Gegensatz zu einer freien Bildhauerarbeit kann hier ein aus Unachtsamkeit abgebrochenes Stück nicht abgeändert werden.

 

 

 

 

 

Die Eckverstärkungen, wie man sie an vielen Reisekoffern kennt, sind nun schon sichtbar.

 

 

 

 

Die grobe Form steht. Die einzelnen Flächen sind auch schon "koffertypisch" leicht gewölbt, als wenn der Inhalt die Seiten nach aussen drücken würde. Der Griff ist schon aufgezeichnet.

 

 

 

 

 

Von der anderen Seite kann man schon das aufgezeichnete Kofferschild erkennen. Hier wird später der Name und die Daten der Verstorbenen stehen.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Kofferschloß ist fertig, an dem Anderen wird noch gearbeitet.

 

 

 

 

 

 

Hier kann man gut erkennen, wie genau der Koffergriff aufgezeichnet werden muß, damit er nach der Ausarbeitung später realistisch aussieht. Die Oberflächenbearbeitung der Kofferflächen ist auch schon abgeschlossen.

 

 

 

 

 

Der große Koffer ist fertig!

 

 

 

 

 

Von oben schaut er schon mal nicht schlecht aus.

 

 

 

 

 

 

 

In der Seitenansicht kann man nun die Wölbung der Koffer-Aussenseiten gut erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

Auf das angedeutete Schild wird später noch der Name und die Daten eingearbeitet werden.

 

 

 

 

 

Detailansicht des Griffs.

 

 

 

 

 

 

Hier entsteht der kleinere Koffer. Die Arbeiten waren im Prinzip identisch mit den Arbeiten am größeren Koffer.

 

 

 

 

 

Der fertige kleine Koffer

 

 

 

 

 

 

 

Hier entsteht die Kommode. Die auf der Kommode stehenden Objekte sind schon sehr grob ausgearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

Der linke Steinzylinder soll später der Blumenstock und der rechte, niedrige Teil das Hinweisschild werden.

 

 

 

 

 

 

 

Das Hinweisschild ist schon fertig ausgearbeitet. Ebenso hat die Front Gestalt angenommen. Die Unterteilung der Schubladen und die Griffmulden sind fertig eingearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

In der Detailansicht kann man gut die fertige Oberflächenbearbeitung der Schubladenflächen und Griffmulden erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Kommode ist bis auf den Blumenstock fertig. Später kommt unter die Kommode noch eine Konstruktion aus Edelstahl, die die Schrankbeine bilden wird.

 

 

 

 

 

 

 

Nun nimmt der Blumenstock Gestalt an.

 

 

 

 

 

 

 

Zuerst entsteht die Blumenkrone, bevor der Topf fertig ausgearbeitet wird.

 

 

 

 

 

 

 

Nach Fertigstellung des Blumenstocks wird nun die Schrift in den "Notizzettel" eingearbeitet. Eine braune Kaliwasserglas-Lasur wird später für eine bessere Lesbarkeit sorgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So schaut die fast fertige Kommode nun aus.

 

 

 

 

 

 

Auch die Inschrift auf dem Kofferschild nimmt Gestalt an.

 

 

 

 

 

 

 

Der fertig beschriftete Koffer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis auf den Edelstahlsockel der Kommode ist das Grabensemble nun fertig. Nach dem Befestigen dieses Sockels bekommen alle Elemente eine Unterkonstruktion. Damit werden die Teile auf der Grabfläche befestigt werden. Da die Gärtnerei Arnholz-Prüße die Grabfläche um 20 cm über Einfassungsniveau anheben wird, ist auch dieser Abstand bei der Befestigung zu berücksichtigen. Die Koffer und die Komode müssen später den Eindruck vermitteln, dass sie auf der Grabfläche abgestellt wurden.

 

 

 

 

 

 

Die gut verpackte Kommode (hier schon mit dem Edelstahlfußteil) steht reisebereit im Eingang.

 

 

 

 

Auch die beiden Koffer liegen schon auf der Europalette.

Die rechteckigen Granitteile sind die Bodenbefestigungen für die Koffer. Sie sind später damit auf dem Fundament befestigt. Die Koffer schweben dann regelrecht auf ihren Edelstahlstäben 15 cm über diesen Befestigungselementen. So hat der Gärtner genügend Raum um unter dem Koffer Pflanzerde einzubauen und zu bepflanzen. Auf dem fertig angelegten Grab werden die Koffer so aussehen, als wären sie auf der Bepflanzung abgestellt worden.

 

 

 

 

 

Da die Koffer nicht über die Europalette überstanden, hatten wir auf einen Holzumbau verzichtet und sie lediglich etwas abgepolstert und mit schwarzer Stretchfolie umwickelt.

 

Kurz darauf sind die Paletten von der Spedition abgeholt worden und waren schon zwei Tage später wohlbehalten auf dem IGS-Gelände angekommen. Hier werden sie dann nach unserer abgestimmten Platzierung fachgerecht vom Steinmetzmeisterbetrieb Thomas Erdmann aus Bad Berka fundamentiert und versetzt. Sobald die Gärtner mit Ihrer Arbeit beginnen, erwarten Sie hier aktuelle Fotos.

 

 

 

Nun geht es weiter in Hamburg.

Gärtnermeister Roland Prüße aus 32584 Löhne

 ( www.gaertnerei-arnholz-pruesse.de ) wird mit seinem Team die 6 m² große Grabfläche in eine grüne Oase verwandeln. Zuerst muß auch hier, wie bei allen anderen Gräbern der vorhandene Boden aufgelockert werden, bevor die gute Pflanzerde eingebracht wird.

Unter den Koffern kann man hier noch gut die Edelstahlstäbe und die Halteblöcke erkennen.

 

 

 

 

 

Da die Grablandschaft wie ein Hügel angelegt wird, muss sehr viel Erde eingefüllt werden. Auch hier ist die Hand das exakteste Werkzeug um die Oberfläche zu formen.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Einbringen der Pflanzerde schauen die Koffer aus, als wenn sie auf der Erde stehen.

 

 

 

 

 

 

Die erste Pflanze, ein grasähnlicher "Schlangenbart" Bodendecker (Ophiopogon japonicus) sitz nun im Boden. Es werden ca. 2000 Stck. dieser Bodendecker, die zu den Liliengewächsen gehören, in der Grabfläche verpflanzt werden.

 

 

 

 

 

 

Das ist eine echte Fleißarbeit mit den winzigen Setzlingen.

 

 

 

 

 

Doch kontinuierlich füllt sich die Fläche.

Auch die Rahmengehölze sitzen schon an ihrem Platz. Es handelt sich um sogenannte "Zerr-Eichen" (Quercus cerris) des Typs "Curly Head"

Diese langsam wachsenden Bäume haben ein stark gewelltes Blattwerk.

 

 

 

 

 

Nun kommt ein weiterer Grünton mit einem anderen Bodendecker ins Farbenspiel des Grabhügels.

 

 

 

 

 

 

 

Der symbolische Weg durch die Landschaft wird durch ein buntes Blumenmeer geformt. Das schaut wirklich toll aus und belebt die Fläche.

 

 

 

 

 

 

Herr Prüße arbeitet hier an den letzten Blumen, die noch in den Weg eingesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Fast geschafft, nur noch eine kleine kahle Erdfläche schaut hervor.

 

 

 

 

 

 

 

Alle Pflanzen sind nun an ihrem Platz.

Hier mal eine Detailaufnahme. Die Farben ergänzen sich sehr harmonisch.

 

 

 

 

 

Auch die beiden grünen Bodendecker passen sehr gut zusammen.

 

 

Fertig!

Die Bepflanzung einer Grabanlage in dieser Größe dauert sehr lange. Wie man sieht ist es schon dunkel draußen, als dieses abschließende Foto aufgenommen wird.

Wir sind wirklich begeistert von der Arbeit die das Team um Roland Prüße hier gestaltet hat und möchten uns an dieser Stelle nochmals für die angenehme Zusammenarbeit bedanken.

 

Selbstverständlich wird auch diese Grabgestaltung durch eine Fachjury bewertet werden. Natürlich werden wir hier weiter berichten. Wir sind sehr gespannt wie unserer Arbeit ankommt, da sie bereits im Vorfeld das Interesse der anwesenden Presse (Spiegel) auf sich gezogen hat.

(für größere Ansicht Bild anklicken)

Quelle:   ©Spiegel-Online

Koffer und Kommode sind nun mal Attribute, die man eher nicht auf einem Grab erwarten würde. Das Grab wird bestimmt stark polarisieren. Die Meinungen im Vorfeld reichten von "pietätlos" bis "tolle Idee"

Wenn man sich allerdings näher mit der dahinterstehenden Idee beschäftigt wird man feststellen, dass sie alles Andere als pietätlos ist. Der Tod soll als Aufbruch in eine schöne, farbige Welt gesehen werden. Nach unserem Glaubensverständnis ist dies eine elementare Aussage vieler Religionen. Es ist die Reise, die unsere Seele Nachhause bringt. Die Koffer sind gepackt mit all den Erinnerungen an das vergangene Leben und die vielen schönen und traurigen Momente. Der Hinweis auf der Kommode "Bin kurz weg" ist keineswegs ironisch gemeint. Er soll den Gedanken des Wiedersehens in greifbare Nähe rücken und uns Mut machen die tiefe Trauer des Verlustes in eine Freude des Wiedersehens zu wandeln.

 

Am Eröffnungstag hatte uns netterweise unser Kollege, Thimothy Vincent aus Wetter/Ruhr die Grabanlage auf dem nun fertigen Grabfeld fotografiert.

(für größere Ansicht Bild anklicken)

Eine wirklich gelungene Grabanlage, für die die Gärtnerei Prüße mit einer Goldmedaille für die Frühjahrsbepflanzung ausgezeichnet wurde.

Auch von uns einen herzlichen Glückwunsch zu der tollen Leistung.

 

Unser Grabmal wurde mit
einer Silbermedaille ausgezeichnet

(siehe hier)

 
 
     
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